Überall werden angesichts der Klimakrise Lösungen gesucht, wie unser bisheriger Verkehr und Gütertransport „grüner“ gemacht werden könnte. So auch in Forchheim lt. einem Bericht der Nordbayerischen Nachrichten vom 27.11.19 („Brummis fahren ‚grüner‘ mit Erdgas“).

Und so kommt auch LNG ins Gespräch. LNG ist verflüssigtes Erdgas. Lt. Umweltbundesamt sind die Treibhausgasemissionen dabei zwar niedriger als bei Kohle und Öl, jedoch höher als bei unverarbeitetem Erdgas. Die Verflüssigung erfolgt dabei durch Abkühlung auf ca. -163 °C und benötigt daher viel Energie. Zusätzlich kann es in der Produktionskette zu erhöhtem Entweichen von Methan kommen kann, und Methan ist 25mal klimaschädlicher als CO2.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Erdgas wird heute häufig, vor allem vom Exporteur USA, mit Hilfe von Fracking gefördert. Dabei werden unter hohem Druck Millionen von Litern mit Chemikalien versetzten Wassers in den Untergrund verpresst, mit erheblichen Risiken für Umwelt und Gesundheit.

Das UBA schreibt in einer Kurzstudie dazu: „Aus klimapolitischer Sicht und unter Energieeffizienzaspekten ist also ein verstärkter Einsatz von LNG insbesondere im Vergleich zu per Pipeline transportiertem Gas nicht begründbar.“ Und: „Mit Blick auf die langfristigen Ziele des Pariser Klimaabkommens, insbesondere das Erreichen von Netto-Nullemissionen, sind langfristig alle energiebedingten THG-Emissionen zu vermeiden.“

Der Versuch, unser bisheriges fossiles Wirtschaftssystem 1:1 auf ein erneuerbares, treibhausgasfreies Wirtschaften umzustellen, funktioniert also leider nicht so einfach, wie es sich viele wünschen. Das Problem ist vielschichtig und der Weg zur Lösung besteht in vielen verschiedenen Anpassungsschritten.

Die langfristigen Lösungen für Gütertransport liegen daher z.B. in einem Umstieg auf die Schiene, einem Weniger an Transport (völlig überflüssig z.B. der Transport von Mineralwasser, das je nach Vorliebe Hunderte von Kilometer weit gefahren wird), mehr Regionalität, und auch einem Zurück zu wieder kleineren LKW. Die immer größer werdenden „Brummis“ erfordern nämlich zu all dem überall immer breitere Straßen, mehr Umfahrungen, sie belasten Infrastruktur und Natur durch ihr hohes Gewicht, und sind durch ihre hohen Kabinen eine Gefahr für die CO2-freien Verkehrsteilnehmer: Fußgänger und Radfahrer.

Langfristige Lösungen können auch im Ersatz des Erdgases durch erneuerbares Gas liegen, sogenanntes Windgas, das aus überschüssiger Windenergie im Power-to-Gas-Verfahren hergestellt wird. Hierzu ist aber ein Ausbau der Windenergie nötig, der durch das Klimapaket und die geplante bundesweite Abstandsregel von 1000 m zu Windkraftanlagen gerade jedoch einen weiteren Rückschlag erleidet – zum Nachteil der jungen und nachfolgenden Generationen, die dieses politische Versagen teuer werden bezahlen müssen.

Brummis fahren nur bedingt „grüner“