Medienerklärung zum Inkrafttreten des Pariser Klima-Abkommens am 4.11.2016

Nach nur einem Jahr haben nun 92 Staaten das Pariser Klima-Abkommen vom Dezember 2015 ratifiziert – eine Rekordzeit für ein weltweites Abkommen. Am 4.11.2016 ist es in Kraft getreten. Ziel des Abkommens ist es, die Erderwärmung auf +1,5°C zu begrenzen.

Die Erleichterung über diesen „Erfolg“ verfliegt jedoch umgehend angesichts der eindringlichen Warnung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP vom 3.11.16: „Die Welt ist, auch mit den Versprechungen von Paris, immer noch auf dem Weg zu einem Temperaturanstieg von 2,9°C bis 3,4°C“, zumal gar nicht sicher ist, dass alle Staaten ihre Pariser Zusagen auch tatsächlich einhalten werden. Außerdem, so die UNEP, würden die für das Jahr 2030 festgeschriebenen Emissionen um 12 bis 14 Gigatonnen über dem Niveau liegen werden, das eigentlich notwendig wäre, um die globale Erwärmung auch wirklich auf 2°C zu begrenzen. „Die Welt muss dringend Maßnahmen verstärken, um die Emissionen für 2030 um weitere 25 % zu senken.” Neben der beschleunigten Umsetzung von Zusagen aus der Klimakonferenz von Cancún 2010 hält die UNEP auch vermehrte Anstrengungen durch Städte, Unternehmen und die Zivilgesellschaft für dringend geboten.

Ottmar Edenhofer, Chef-Ökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), sagte in einem Statement: „Das Inkrafttreten des Pariser Abkommens sendet eine starke Botschaft: … Allerdings beginnt jetzt die echte Arbeit. Länder weltweit müssen erheblich stärkere Pläne zur Emissionsreduktion entwer-fen. Wenn sie es ernst meinen mit der Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich weniger als zwei Grad Celsius, dann können sie zum Beispiel den Bau keines einzigen weiteren Kohlekraftwerks mehr zulassen. … Die Forschung zeigt klar: je später wir handeln, desto mehr steigen die Kosten. Sie steigen gemessen in Euro, Dollar und Yuan – und, noch wichtiger, in menschlichem Leid.“

Das Abkommen von Paris und seine Ratifizierung werden alleine keinerlei Auswirkungen haben, wenn die darin enthaltenen Zusagen nicht auch tatsächlich umgesetzt werden. Die UNEP scheint offenbar das Vertrauen verloren zu haben, dass staatliche Handlungsfähigkeit und Handlungswillen alleine ausreichen werden, um mit den immensen Problemen der Klimaveränderungen fertig zu werden. Die vielerorts fehlende verlässliche Politik durch entsprechende Rahmenbedingungen führt nun dazu, dass die UNEP zusätzlich direkt Städte, Unternehmen und die Zivilgesellschaft aufruft, die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel und Wege für wirksamen Klimaschutz zu finden und diese auch zu beschreiten.

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