Pressemittteilung vom 24.8.2016

Angesichts der großen Schadensbilanzen, wie zB. in der diesjährigen Gewittersaison, macht die „Energie- und Klima-Allianz Forchheim“ (EKA) auf den am 3. August 2016 veröffentlichten Bericht der Nordamerikanischen Wetterbehörde (NOAA) aufmerksam, zu dem u.a. auch der Deutsche Wetterdienst beigetragen hat.

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat dieser US-Wetterdienst die Forschungsergebnisse von 456 Wissenschaftlern aus 62 Ländern zusammengetragen und damit den neusten Sachstandbericht über den Klimazustand der Erde veröffentlicht. Das Ergebnis zeichnet ein erschreckendes Bild des beschleunigt fortschreitenden Klimawandels. Details finden Interessierte auf den Seiten der NOAA .

Es scheint, als würde die Erderwärmung derzeit völlig außer Kontrolle geraten. Das Jahr 2015 ist das bisher wärmste Jahr seit der Aufzeichnung der Erdtemperatur; fast alle Temperaturrekorde in den verschiedenen Weltregionen wurden gebrochen. Und das Jahr 2016 zeichnet sich weltweit als neues Hitze-Rekordjahr ab.

Die Zunahme der Erdtemperatur hat sich enorm beschleunigt. So ist 2015 die Erdtemperatur in einem Rekordsprung um knapp 0,1 °C auf ca. 16 °C gestiegen. Setzt sich das fort, wird das Ziel von Paris, nämlich die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5° C, nicht zu halten sein, da dieser Wert dann bereits im Jahre 2020 erreicht sein wird – also in dem Jahr, in dem die Vereinbarungen von Paris erst beginnen sollen zu greifen. Die angestrebte Begrenzung auf 2°C bis 2050 wäre damit unerreichbar.

Der von der deutschen Umweltministerin Barbara Hendricks vorgelegte Entwurf über einen neuen nationalen Klimaschutzplan wird von den Umweltverbänden daher angesichts der Dramatik einer aus den Fugen zu geratenden Erderwärmung für völlig unzulänglich gehalten. Die EKA kritisiert vor allem, das nicht einmal die ohnehin unzulänglichen nationalen Klimaschutzziele und Ausbauziele für die Erneuerbaren Energien eingehalten werden und zudem auch nach 2050 immer noch beträchtliche Schadstoff-Emissionen zulässig sein sollen. Für besonders dramatisch und kontraproduktiv hält die EKA dabei die Renaissance der Kohleverstromung, der ineffektivsten und klimaschädlichsten Form der Energieerzeugung, und die „Zurückhaltung“ der Bundesregierung beim Schadstoffausstoß von Kraftfahrzeugen, wo immer wieder EU-Vorhaben boykottiert werden.

Umso wichtiger ist es, daß Energiewende und Klimaschutz „von unten“ mit Macht betrieben werden und sich regionale Initiativen und Aktive vernetzen. Dieses Ziel verfolgt die Energie- und Klima-Allianz weiter konsequent und fordert z.B. PV-Anlagen auf allen öffentlichen Gebäuden im Landkreis, insbesondere auch für Schulen, so daß zumindest ein wesentlicher Teil des täglichen Energiebedarfs vor Ort und regenerativ gedeckt wird.

Eine für den Klimaschutz positive Entwicklung gibt es laut Emmerich Huber, einem der Sprecher der Allianz, inzwischen bei der Zusammenarbeit mit dem Landkreis und einigen Kommunen. So wird ab Dienstag 30. August bis 14. September 2016 in Kooperation mit der Universität Erlangen-Nürnberg und der Stadt Forchheim in der Kaiserpfalz die Ausstellung „Tschernobyl – 30 Jahre nach der Katastrophe“ gezeigt, Bilder die bei einer Exkursion Erlanger Studierender nach Tschernobyl entstanden. Eröffnet wird die Ausstellung von OB Dr. Kirschstein am 30. August. Weitere Informationen unter http://energie-klima-allianz-forchheim.de/

Emmerich Huber

Pressemitteilung: Das Erdklima scheint außer Kontrolle zu geraten