Sind Parallelen zwischen Corona und Klima vielleicht zu weit hergeholt? Das lässt sich diskutieren: Weder COVID-19 noch CO2 machen an nationalen Grenzen halt. Die Problemlösung erfordert über die Landesgrenzen hinaus effektive und vor allem schnelle Maßnahmen, um das Schlimmste zu verhindern. Die Wissenschaft steht in beiden Fällen Gesellschaft und Politik beratend zur Seite. Wird sie auch bei der Klimakrise ausreichend gehört?

Trotz der Zusammenarbeit der Regierungschefs über Grenzen hinaus, vielversprechende Not-Flexibilität im Beruflichen und Privaten und sogar sinkende Emissionen durch u.a. weniger (Flug-) Verkehr, kann man der Coronakrise bisher nur wenig Gutes abgewinnen. Es sei denn wir nutzen diese Zeit zum Umdenken: Ein grüner Systemwandel, der Wirtschaft und Gesellschaft dauerhaft resilient macht gegenüber den negativen Auswirkungen des Klimawandels. Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass die Schere zwischen Arm und Reich in der Krise nicht noch weiter auseinander geht.

Auch beim Klimaschutz steht die Welt vor immensen Herausforderungen.
Foto: Markus Spiske

Green Deal – Die Lösung?

Konkret würde das bedeuten: Ein „Green Deal“ für Deutschland, mit dessen Hilfe auch Arbeitsplätze langfristig gesichert werden. Alle Finanzhilfen und Gelder müssten dann – besonders wenn sie den großen Unternehmen zu Gute kommen – geprüft werden, auf Erfüllung der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN (SDGs). Die Vermutung liegt nahe, dass sonst die Klimakrise in den Hintergrund gedrängt wird. Denn die Corona-Krise überdeckt die längst vorhandene viel größere Klimakrise, die sich zwischenzeitlich weiter verstärkt. Durch Corona droht Unternehmen und Staaten eine hohe Verschuldung, Geld für Investitionen in das notwendige Umsteuern hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise wird dann rar sein. Umso wichtiger, dass die Konjunkturpakete am Leitbild einer zukunftsfähigen Gesellschaft ausgerichtet und Rettungsaktionen von Unternehmen unter Klimaschutzaspekten geprüft werden. „Es gibt Klimaschutz nicht zum Nulltarif“, sagte Schäuble in einem Interview der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Investitionen in Erneuerbare Energien sind unumgänglich

Fatih Briol, Chef der internationalen Energieagentur (IEA), sieht in der Coronakrise eine Gelegenheit, die globale Energiewende zu beschleunigen. Die Deutsche Welle schrieb dazu: „Die Investitionen in erneuerbare Energien sollten ‚ein zentraler Bestandteil‘ aller Pläne der nationalen Regierungen sein (…)“. In Deutschland dringend notwendig. Wie aber können wir das schaffen? Möglich trotz stockenden bayerischen Windkraftausbau und den PV-Deckel?

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