Die Krise als Krise behandeln!

Appell zur RegioCOP Oberfranken 2026

Wir sind in großer Sorge!

Während sich die globale Erhitzung und ihre Folgen inzwischen überdeutlich zeigen und in allen Lebensbereichen unmittelbar erlebbar sind, sind Klima- und Biodiversitätsschutz politisch an den Rand gedrängt geworden. Viel schlimmer: Die Klimakrise wird von Spitzenpolitiker gar zu „Wetter“ kleingeredet. Dabei stehen gerade die von der Regierungskoalition derzeit viel diskutierten Themen in direkter Abhängigkeit zu Klima- und Biodiversitätsschutz: Klima- und Artenschutz sind unabdingbar für das Funktionieren einer nachhaltigen Wirtschaft und den Erhalt von Arbeitsplätzen und haben maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit der Menschen und die Kosten der Sozialsysteme. Fehlender Klima- und Biodiversitätsschutz verursacht Schäden in Land- und Forstwirtschaft und an Infrastruktur, er ist eine Bedrohung für die Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt und nicht zuletzt für die innere und äußere Sicherheit unseres Landes. Konsequente Maßnahmen für Klima- und Biodiversitätsschutz würden die Kosten im Energiebereich senken, sichere Energieversorgung für die Wirtschaft und die Verbraucher gewährleisten, damit auch die Sozialsysteme entlasten und weniger Krankheitstage verursachen. Konsequenter Klimaschutz verringert die äußere Bedrohung und vergrößert unsere Unabhängigkeit und Sicherheit. Konsequente und zügige Klimaschutzmaßnahmen und die Sicherung und Wiederhestelung der Biodiversität müssen ins Zentrum der aktuellen politischen Diskussion gerückt werden. 

Wir sind entsetzt, dass der Herbst der Reformen die drängenden Themen Klima- und Artenschutz außer Acht lässt.

Die realen Potentiale eines konsequenten Klima- und Artenschutzes müssen Teil der anvisierten Gesetzesvorhaben werden und in sie einfließen und somit zur Abmilderung deren Folgen für die Menschen nutzbar gemacht werden. Klima- und Artenschutz sind keine Kostentreiber, sondern tragen dazu bei, heutige und künftige Risiken für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt zu reduzieren. 

Realität anerkennen! Die Krise als Krise behandeln

Wir – der Sprecher:innenrat der Regionalen Klimakonferenz für Oberfranken, die von einem umfangreichen Netzwerk von Verbänden und Initiativen getragen wird und die sich einem wirksamen Klimaschutz, dem Schutz der natürlichen Lebengrundlagen und einer Transformation zu einer nachhaltigen und gerechten Gesellschaft verschrieben haben – fordern die Entscheidungsträgerinnen und -träger in Politik und Verbänden auf allen Ebenen auf, die Realität einer zunehmend eskalierenden Klimakrise anzuerkennen und ihr Handeln darauf auszurichten.

Wir laden alle Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Oberfranken ein, die aktuelle Situation und die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse mit uns im Rahmen der RegioCOP 2026 zu diskutieren und geeignete Maßnahmen zu entwickeln. In zahlreichen Teilkonferenzen besteht die Möglichkeit sich auszutauschen. Die RegioCOP bietet die einzigartige Möglichkeit, die Klimakrise und ihren Bezug zum eigenen Lebensumfeld zu erfassen und vor Ort Strategien zu entwickeln, sie einzudämmen.

Prof. Dr. Manfred Miosga, Barbara Cunningham und Dr. Johannes Lüers

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