Geht öfter als man denkt!

Was tun, wenn sich beim Heizungstausch mal wieder die gesetzlichen Vorschriften und die Fördersummen geändert haben? Ruhe bewahren und selbst denken – so der Ratschlag von Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern anlässlich der gemeinsamen Informationsveranstaltung der Stadt Ebermannstadt, der Energie- und Klima-Allianz Forchheim und der Katholischen Erwachsenenbildung BA-FO-ERH zu Wärmepumpen im Bestand am 13. Oktober. Und er zitierte Prof. Harald Lesch „Das sind Technologien mit der höchsten Effizienz, das Beste, was die Physik zu bieten hat“. Eine Technik, die 100 Jahre alt ist und die jeder bereits in seiner Wohnung hat: der Kühlschrank – wobei die Wärmepumpe halt Wärme erzeugt.

Erläutert wurden nicht nur wichtige Kennwerte wie COP (Leistung eines Wärmepumpenmodells unter Testbedingungen) und JAZ (tatsächliche Effizienz der installierten Wärmepumpe). Es wurden auch die üblichen Fragen beantwortet: „Wird die Bude warm?“, ja, sie wird warm. „Muss man komplett sanieren?“, nein, die Wärmepumpe braucht dann eben mehr Strom. „Braucht man eine Fußbodenheizung?“, nein, aber mit Fußbodenheizung ist eine Wärmepumpe halt effizienter.

Markus Ruckdeschel zeigte, dass Wärmepumpen gerade in Skandinavien bereits einen hohen Marktanteil haben und stark nachgefragt sind, was, so meinte er, wohl auch die Frage nach der Leistungsfähigkeit bei kalten Wintern beantwortet. Werden Wärmepumpen gemeinsam mit einer Solaranlage betrieben, können übers Jahr rund 30% des benötigten Heizstroms auf dem Dach erzeugt werden.

Die Förderhöhe beim Einbau einer Wärmepumpe beträgt grob 50 % der Anschaffungskosten. Da die Rahmenbedingungen in jedem Haus andere sind, wird empfohlen, die kostenlosen Beratungen des Landratsamtes in Anspruch zu nehmen, sich von mehreren Heizungsbauern Kostenvoranschläge einzuholen und sich zu überlegen, welche Ziele man hat und welche Prioritäten bei Heizungstausch und Sanierung man setzen möchte. Mehr als 30.000 bis 45.000 Euro sollte sie für ein Einfamilienhaus aber nicht kosten.

Das klingt zunächst nach sehr viel Geld, was auch stimmt. Und, so musste auch Markus Ruckdeschel zugeben, neue Gas- und Ölheizungen sind in der Anschaffung deutlich günstiger. Aber, warnte er: die Anschaffungskosten sind nur ein Teil der Gesamtkosten über die Nutzungsdauer, und diese werden perspektivisch für fossile Brennstoffe und den steigenden CO2-Preis so stark ansteigen, dass sich der höhere Anschaffungspreis für Wärmepumpen rechnet.

Deutschland hat jedenfalls im Wärmebereich noch eine große Aufgabe vor sich: mit 11 Millionen Ölkesseln und 5 Millionen Gaskesseln im Jahr 2022 liegt noch ein herausfordernder Weg vor uns, wenn, wie geplant, 2045 keine fossile Heizung mehr laufen soll.

Den knapp 50 Personen, die zur Info-Veranstaltung in Ebermannstadt gekommen waren, zeigte er abschließend anhand einer tagesaktuellen Grafik der Energycharts auf, dass es die Windenergie ist, die die ideale Heizenergie liefert, denn Windenergieanlagen produzieren die meiste Energie in der kalten Jahreszeit. Ein weiterer Ansporn für Ebermannstadt, auch die Wärmewende auf diese Weise voranzubringen.

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